Das Trüffel-Thermometer
Welcher Trüffel hat Saison? Stand: Dezember
Sommertrüffel (tuber aestivum)

Tuber aestivum, die Sommertrüffel hat ihre Vollreife erreicht. Die Erntemenge läßt bedeutend nach. Die Versorgung wird eng, die Preise steigen. Geschmack und Geruch sind zufriedenstellend. Die Stückgröße ist überraschend gut. Die heurige Ernte hat wahrlich mit der Quialität verwöhnt.

Umbrien und die Toskana lassen mit der Menge ziemlich nach. Der Norden Italiens erntet zur Zeit voll. Bis Anfang Dezember wird noch Sommertrüffel geerntet allerdings mit steigenden Preisen. Sollte der erste Bodenfrost im Raum Vicenza und den Colli Euganei noch ein bißchen zuwarten wird es noch einige Zeit Sommertrüffel geben. Bis dahin dürfte dann aber die Ernte in Norcia und im Burgund mit  tuber uncinatum, der Burgundertrüffel beginnen . 
Zum Abschluß der Trüffelsaison der Sommertrüffel noch ein Rezept aus der Meisterküche des Restaurants Selina in Wien um Sommertrüffel einzulegen:
Man bereitet einen Sud aus 1/3 Gemüsefond, 1/3 Portwein und 1/3 Cognac in einem Rexglas,  legt den sauber geputzten Trüffel darin ein und erwärmt das Ganze im Backrohr 20 Minuten auf 220 Grad. Gut verschließen und man hat einen Trüffelvorrat für die furchtbare trüffellose Zeit sowie einen herrlichen Fond für Saucen. 

Weißer Trüffel aus Alba (tuber magnatum pico)

Tuber magnatum pico, der weiße Albatrüffel, zur Zeit ebenfalls voll da. Ein bißchen Wärme mit der dazupassenden Feuchtigkeit hat die Ernte in Alba nochmals anziehen lassen. Der Kunde merkt das an den für die Jahreszeit unüblichen Preisen. Ein Rückgang im Herkunftsland von 200.000,-Lit/kg ließ die Preise auch bei uns deutlich sinken. Die Ware ist gesund und auch relativ großfallend. Der Geruch ist ausgezeichnet. Der Geschmack ist gut. Die Preise werden erwartungsgemäß bald wieder leicht ansteigen.

Perigordtrüffel ( tuber melanosporum)

Dieser Trüffel hat nun sein Wachstum abgeschlossen und beginnt in der Erde zu reifen. Das Fleisch verändert seine Farbe und nimmt von Hellbraun alle Schattierungen bis Braunschwarz an. Das Myzel liefert dazu die benötigte Energie in Form von Zucker von den Wirtsbäumen.

Die Ernteaussichten sind auch für die Perigordtrüffel ausgezeichnet.
Laut ersten Funden ist der Trüffel schon beinahe reif und mit den Lieferungen für die erste Dezemberwoche wird gerechnet. Das Rhonetal und die Berge der Haut-Provence hatten genügend Regen aber auch Sonne um ein gutes Jahr zu gewährleisten. Nur im Süden Frankreichs war es etwas zu trocken. In Italien, wo es auch ein Vorkommen des tuber melanosporum gibt, in der Gegend von Norcia werden die Ernteaussichten auch vorsichtig optimistisch eingeschätzt. 

Bevor der erste Trüffelmarkt in Perigord abgehalten wird ist es für Preisprognosen zu früh. Doch nach dem katastrophalen Trüffelwinter 98/99 kann es für die heurige Ernte nur besser aussschauen.

Schlußgedanke : “Wer Trüffeln liebt, liebt die Erde !” (rp)

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