| Ein "bacaro"
ist die venezianische Form einer Osteria, eines italienischen Gasthauses. Ursprünglich
wahrscheinlich so abgeleitet: Die
Weinhändler oder Winzer kamen mit ihrem Fass Wein nach Venedig und stellten sich in den
Arkaden auf. Papa verkaufte den Wein, Mama die mitgebrachten kleinen Happen (cichetti).
Hergeleitet von Bacchus, dem Gott des Weines, nannte man diese Weinhändler
"bacari" (in der Einzahl bacaro). Das Glas Wein, das man trank, nannte man
"ombra" (Schatten), weil man immer dem Schatten des Campanile folgte, damit der
Wein nicht warm wird.
In späterer Zeit begannen die Winzer sich ein festes kleines
Lokal zu suchen, damit der mühsame Transport nicht mehr täglich gemacht werden mußte,
ein besseres Lager, winzig klein, mit einer Schank und ein paar Stehplätzen davor.
Ein paar davon gibt es heute noch, das berühmteste Beispiel,
inzwischen leider von den Touristen okkupiert: das "do mori" gleich beim
Markt.Die anderen typischen "bacari" sind oft sehr gut in den winzigen Gassen
versteckt und trotz Führer sehr schwer zu finden. Und das ist gut so, denn heute noch
gehen die Ur-Venezianer mehrmals täglich den "giro d'ombra", d. h., man geht in
eines dieser Bacari und schmeißt eine Runde und diskutiert über Berlusconi, Lewinski
oder den Dreck in der Lagune, geht wieder ein bissl' arbeiten und trifft sich später im
nächsten Bacaro, wo das ganze von neuem beginnt.
Die Auswahl an Weinen ist berauschend. Neben der
"ombra", dem Hauswein gibt es mehrere Weiß- und Rotweine direkt aus dem Fass
und daneben immer eine wechselnde Auswahl an "feineren" Kreszenzen aus der
Bouteille, das kann schon auch einmal ein "Sperss-Barbaresco" vom Gaja sein, den
es dann zum unglaublichen Preis glasweise gibt.
Und weil man in Italien immer was essen muß, gibt's eben
diese herrlichen kleinen Happen zu essen, im Stehen, vom Papierl' per Zahnstocher in den
Mund zu befördern, aber 1a in Qualitat und Geschmack.
Diese Cichetti und Antipasti kann man im TI AMO geniessen. Rezepte
dazu folgen in diesem Magazin. (hk) |