| Mykotherapie Ein Begriff, der die Heilbehandlung mit Pilzen definiert. |
| Pilze wurden und werden seit altersher in der Volks- medizin
verwendet. Man denke an den Mutterkornpilz, der von den Hebammen seit Jahrhunderten in der
Geburtshilfe eingesetzt wurde. Schon Plinius der Ältere erwähnt das Agaricum (höchstwahrscheinlich der heutige Lärchenporling), und man denke auch an die Pilze, die Ötzi in seiner Tasche hatte. In den Kräuterbüchern des Mittelalters finden wir Hinweise auf die heilenden Wirkungen des Riesenbovistes oder des Judasohrs (Aricularia aricularia judae). Zweifelsohne ist aber China die Wiege der Mykothera- pie. Bereits zu Zeiten der Ming Dynastie also im 14. Jh. pries der Arzt Whu Shui die wunderbare Wirkung des Shii-Take. Seine Untersuchungen ergaben, daß der Shii-Take ein wahres Lebenselixier sei. Er verwendete diesen Pilz gegen Erkältung, zur Anregung der Durch- blutung und zur allgemeinen Stärkung. Damals war bereits bekannt, daß andere Pilze ungeheure Heilkräfte besitzen. So wurde der Reishi-Pilz damals bereits als Pilz der Unsterblichkeit verehrt und verzehrt. Auch das Judasohr, bei uns in den Chinalokalen auch als Morchel bezeichnet, wurde damals bereits gegen Schwächezustände, Verstopfung der Blutgefäße oder Gefühllosigkeit empfohlen. Von China aus hat sich diese Behandlungsmethode besonders in Japan verbreitet und wurde dort weiter wissenschaftlich erforscht. Heute genießen Heilpilze im gesamten ostasiatischen Raum hohe Wertschätzung. Die Untersuchungen die Ende der 60er Jahre die hohe Wirksamkeit verschiedener Großpilze in der Krebs- therapie und Mitte der 70er bei HIV Patienten nachwies, führte zu einer verstärkten Forschung über die Wirksam- keit von Pilzen als Heilmittel. Die Wirkstoffe Interferon, Interleukin-2, Lentinan u.a., die aus Großpilzen gewonnen werden, haben eine immer größere Bedeutung auch in der klassischen Medizin gewonnen. Wir werden in diesem Kapitel laufend Großpilze und deren Heilwirkung vorstellen. (rp) Literatur : |
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