Die kulinarische Wüste überwinden:
Durchaus persönliche kulinarische Erlebnisse eines Feinspitz-Autors!

Wollte man eine kulinarische Landkarte Österreichs zeichnen so entspräche das Gebiet zwischen Judenburg und St. Veit/Glan einer kulinarischen Wüste, die an Furchtbarkeit, Eintönigkeit, Abwechslungslosigkeit und Lebensgefahr der Takla Makan durchaus ähnelt.

Erst beim Erreichen der alten Herzogstadt befindet man sich wieder auf kulinarischem Weideland und kann sich laben.

Hier allerdings kommt man in den Zwiespalt welcher der beiden gastronomischen Perlen man sich zuwenden soll. Nach soviel Hungern und Dürsten, schlechtem Geschmack und ebensolchen Essen, nach dem Autobusfraß an der alten 17er, nach all den falschverstandenen kulinarischen Bemühungen und Nichtbemühungen, dem eisgekühlten Salat, der auf den Tellern vorangerichtet dem nächsten Autobus entgegenwelkt, dem Gulasch auf der Gulaschbasis, dem zähen Rindfleisch, dem frittierten Wienerschnitzel, jedenfalls nach den Schrecken der Wüste der Gastlichkeit erreicht man St. Veit an der Glan.

Der erste Erholungspunkt ist eine alte Gastwirtschaft "Pukelsheim", die auch schon mal Buggelsheim, Bukelsheim oder ähnlich geheißen hat.

Allerdings kocht dort in seltener und wunderbarere Beständigkeit Frau Elisabeth Pukelsheim. Der Verfasser dieser Zeilen zählt sich seit mehr als 15 Jahren zu den Stammgästen und hat noch nie einen Grund zur Beschwerde gefunden. Die Konstanz der Küche wurde auch im Gault Millau mit zwei Hauben belohnt und selten habe ich so mit einem Essensführer übereingestimmt.

Meine absoluten Favoriten sind die verschiedenen Nudelgerichte ,die in Abwandlung der Kärntner Nudel entstanden sind. Als Nachspeise empfehle ich passend zum Herbst einen Grantenschleck.

Getrost kann man sich bei der Weinauswahl zurücklehnen und die passenden Getränke den Patron Karl Pukelsheim aussuchen lassen. Er wird zu jedem Gang was Passendes finden und seine önologischen Exkursionen sind überraschend doch immer preiswert bis wohlfeil .

Pukelsheim, 9300 St. Veit/Glan, Erlgasse 11, Tel.: 04212-2473, Fax: 2473
So, Mo Ruhetag, Ferien: August

Die geografische Nähe zu Italien spürt man unvermittelt wenn man das neue herrlich restaurierte Restaurant "La Torre" betritt. Ein paar gewagte Schritte über den Stadtgraben in einen romantischen Turm der St. Veiter Stadtmauer. Ammar Trabelsi, der umtriebige Patron, der schon in vielen Etablissements in Österreich gearbeitet hat, begrüßt uns herzlich und geleitet uns zu einem der schön gedeckten Tische in stilvollem Ambiente.
Seine Gattin Rosemarie werkt in der Küche. Diese Küche bietet allerdings Großartiges. Trotz der kurzen Zeit, die das La Torre erst geöffnet hat, hat sich eine bemerkenswerte Stammkundschaft aus ganz Kärnten hier versammelt.
Die Fische sind köstlich, die Nudelgerichte sehr gut, Vorspeisen sehr italienisch und gut, die Weine atemberaubend und alles zu durchaus günstigen Preisen.
Nach dem Essen sitzt man noch mit dem Patron bei einem Fläschen Wein und plaudert über Trüffel, Wein, die Schwierigkeit ein gutes Lokal zu führen und über Gott und die Welt.

La Torre, 9300 St. Veit/Glan, Grabenstraße 39, Tel.: 04212-39250, Fax 39250
So, Feiertag Ruhetag, Ferien :August

Leider bin ich viel zu selten in St.Veit weil wie gesagt die Strecke bis dahin mit kulinarischen Grauslichkeiten gepflastert ist und es meinen ganzen Mut erfordert bis dorthin durchzufahren (Rp).


Copyright ©1997-2000 Feinspitz - All rights reserved.