Périgord-Trüffel
Tuber melanosporum Vittad

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Philosophische Betrachtung

Heute nimmt man an, daß bereits 3000 v. Chr. die Babylonier der Trüffelsuche nachgegangen sind.

Der Pharao Cheops soll ganz versessen auf in Gänseschmalz geschwenkte Trüffel gewesen sein.

Theophrast von Eresos hat sich in seinen zahlreichen botanischen Schriften auch mit der Trüffel befaßt. In seiner "Historia Plantarum beschreibt er die Trüffel als kostbaren Schmuck für jede Tafel und meinte, daß es sich bei der Trüffel um eine Pflanze ohne Wurzeln handelt, die aus Verbindung von Donner und Regen entstanden ist. Pythagoras behauptete, daß die Trüffel sehr nahrhaft sei und die Wollust wecke. Damit erhielt die Trüffel den Ruf eines geheimnisvollen Aphrodisiakums.

In weiterer Folge wird die Trüffel von vielen Ärzten als Medikament gegen die Impotenz verabreicht.

Plinius beschreibt die Trüffel in seinem Werk "Naturalis historia" als die "Hornhaut der Erde".

Im frühen Mittelalter bezeichnete man die Trüffel als esoterische und deshalb gefährliche Frucht. Es wurde erzählt, daß die Trüffel teuflischer Natur sei, was zu Ihrer Verbannung aus den Küchen beitrug.

Aus dem 12. u. 13. Jahrhundert stammen die ersten Nachrichten über die kulinarisch bedeutsamsten Trüffeln — tuber magnatum pico sowie tuber melanosporum vittadini. Es wird angenommen, daß die Entdeckung dieser beiden Arten auf das genaue Beobachten von Haus- und Wildschweinen zurückgeht, die sich die begehrten Leckerbissen jahrhundertelang, vom Menschen unbeachtet, einverleibt haben.

Die Bezeichnung "Trüffel" ist auf eine Wachstumserscheinung zurückzuführen. Das unterirdische Heranreifen der Trüffel führt dazu, daß sich die Erdoberfläche etwas anhebt und Risse sichtbar werden. Dafür hat man im Mittelalter die Benennung "terrae tuffolae" verwendet. Daraus entstand durch Wortzusammen-ziehung der Begriff tartuffole und später tartufo (ital.), truffe (frz.) bzw. Trüffel.

Auch in die Kunst hat die Trüffel oder genauer das Trüffelschwein Eingang gefunden: Auf einer obszönen Farblithographie von Salvador Dali, kniet eine nackte Frau auf einem sabbernden Trüffelschwein. (Illustrationszyklus "Casanova" 1967)

Kurt Bracharz berichtet, daß die Trüffel auch in der Parfumindustrie ihre Spuren hinterlassen hat. So soll man in der Männerserie "Soft Spirit" von Boss eine "ungewöhnliche Kopfnote mit raffiniertem Kontrast zu exotischen Gewürzen und einer Spur echtem Trüffel" riechen können.

Die besondere Bedeutung von Trüffeln zeigt sich auch in einer Rossini-Anekdote: Der Komponist war bekanntlich ein großer Schlemmer mit einer besonderen Vorliebe für den Schwarzen Trüffel. Rossini berichtete: "Ich habe nur zweimal in meinem Leben geweint, das erste Mal als ich Paganini Geige spielen hörte, und das zweite Mal auf einem Schiff, als ein mit Trüffeln gefüllter Truthahn direkt vor mir über Bord fiel."

In Leo Moulins Buch "Augenlust und Tafelfreuden" findet man allerlei Historisches über den Trüffelverzehr. In der Encyclopädie wird vermerkt: "Die Trüffel ist wohltuend für hysterische Frauen".

 


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